|
Durchschlagsfestigkeit unterschiedlicher Materialien als Funktion der Pulsanstiegszeit
|
Wirkungsweise von selFrag
In wenigen Mikrosekunden wird eine HV-Entladung (bis
zu ca. 400 kV, mit einer Energie von 10 – 300 J pro cm) im Entladungs-Plasmakanal angelegt, der anfangs nur einige μm misst. In diesem Verfahren werden Drücke bis 1010 Pa erzeugt.
Der Effekt ähnelt dem von chemischen Sprengmitteln (z.B. TNT), die in einem Bohrloch gezündet werden. Die Entladung hat zur Folge, dass sich in den Feststoffen Schockwellen ausbreiten und diese infolge der mechanischen Beanspruchung zerlegen (Fig.1). Die Reflektionen an akustischen Inhomogenitäten bewirken an den Korngrenzen, Einschlüssen oder Materialgrenzen der Verbundmaterialien Zugspannungen, die dazu führen, dass das Material hauptsächlich an diesen Inhomogenitäten bricht. Die Folge ist, dass Verbundmaterialien mit einem hohen Grad an Selektivität in ihre Bestandteile fragmentiert werden. In allen Anwendungen müssen die Feststoffe in eine dielektrische Flüssigkeit eingetaucht sein, wie beispielsweise Wasser, Öl oder andere organische Flüssigkeiten.
In den meisten Anwendungen wird, aus praktischen Gründen, Wasser als Flüssigkeit gewählt. Materialien, die einer elektrischen Spannung ausgesetzt werden, zeigen unterschiedliche Spannungsfestigkeiten in Abhängigkeit der Pulsanstiegszeit, also der Zeit, welche die Hochspannung benötigt, bis sie ihre Spitze erreicht. Eine Hochspannungsentladung findet zuerst in dem Material mit den geringsten Spannungsfestigkeiten statt. Wenn die Pulsanstiegszeit, beispielsweise kürzer als 500 ns ist, überschreitet die Spannungsfestigkeit des Wassers jene der meisten nichtleitenden Feststoffe wie Keramik, Glas und viele Mineralien. Folglich findet die Entladung zuerst in den Feststoffen statt.
|